In diesem Blog-Beitrag zeige ich dir, wie unser Trainingsplan aussieht und was wir so die letzten Wochen gemacht haben. Ein Pferd kann gar nicht oft genug bewegt werden – das gilt ganz besonders für das dicke Lady-Tier. Equikinetic machst du am besten im 48h-Rhythmus. Am allerbesten variierst du natürlich vielseitige Trainingsmethoden, um das beste Ergebnis zu erzielen… Puuh, ganz ehrlich?! Ich habe so viel über Trainingspläne gelesen und recherchiert… und dabei schon die Lust verloren. Je länger du suchst und dir Gedanken machst, wie du dein Pferd am sinnvollsten trainierst, desto länger wird die To-Do-Liste.

Was nützt dir der beste Trainingsplan, wenn er für dich kaum schaffbar ist?!

Nach langem Hin und Her habe das Pferd von hinten aufgezäumt:

Wie oft schaffe ich es – REALISTISCH gesehen – mit Kind und Kegel zum Pferd?

Ich habe mir vorgenommen drei Mal die Woche zu Lady nach Vogelsang zu fahren und sie zu bewegen. Jede zusätzliche Bewegungseinheit ist natürlich super und macht mir Spaß, aber ich rechne auch damit, dass es mal nicht klappt. Wenn mir zum Beispiel Sturm und Schneeregen entgegenkommen, dann werde ich einen Teufel tun und mich draußen in die Kälte stellen (erst recht nicht mit Kind!).

Was möchte ich in den Trainingsplan integrieren?

Equikinetic

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Geitners Equikinetic wahre Wunder in Sachen Muskelaufbau bewirkt und empfehle das auch gern Kunden, die ihren Pferden Muskeln antrainieren möchten. Außerdem ist Equikinetic relativ kurzweilig, da man nicht allzu viel Equipment braucht und auch nicht zwangsläufig das Pferd zum Putzplatz bringen muss. Kappzaum und Gerte/Longierpeitsche in die Hand und direkt zum Reitplatz ist also schnell gemacht.

„Normales“ Longieren

Das Gleiche gilt auch für das „normale Longieren“. Damit meine ich Longieren ohne Intervalltimer und ohne abgezählte Runden. Wenn ich beispielsweise nur möchte, dass Lady sich locker bewegt, vorwärts abwärts streckt, sich auch mal (kontrolliert) austoben kann, wenn sie Flausen im Kopf hat… dann longiere ich sie am Kappzaum oder auch mal nur am Knotenhalfter. Letzteres ist zwar weniger geeignet für Stellung etc., aber eben locker flockig am Kopf und Lady reagiert sehr gut darauf.

Boden- und Handarbeit

Auch für Bodenarbeit nach Parelli benutzen wir das Knotenhalfter mit einem langen Bodenarbeitsseil. Handarbeit wiederum machen wir in erster Linie mit dem Kappzaum. Nun hatten wir immer einen Lederkappzaum mit Naseneisen, der irgendwie nicht so recht gepasst hat. Ich habe mehrere Modelle ausprobiert und war nie so richtig begeistert. Deshalb haben wir ganz niegelnagelneu einen Equizaum vom Equiteam bestellt. Ich bin auf den praktischen Test gespannt, einen ersten Eindruck und Infos zu dem Equipment vom Equiteam halte ich dir gern in einem folgenden Beitrag fest. Wenn ich vom Boden aus mit Lady arbeite oder spiele, mische ich in der Regel verschiedene Elemente. Auch wenn wir an einem Tag beispielsweise Untertreten und Seitwärtsgänge bzw. Stellung und Schulterherein üben wollen, kommen immer wieder bekannte Übungen von Parelli hinzu und ergänzen die Einheit. Die Vorteile liegen hier ganz klar darin, dass wir einerseits den Umgang und die Kommunikation schulen und dabei auch schon das Longieren und Reiten vorbereiten. Andererseits sind Übungen wie das Untertreten oder Wendungen super, um Ladys Vorhandlastigkeit zu verringern. Ich versuche also sie von der Vorhand zu holen und mehr Last auf die Hinterhand zu bringen. Wir haben aber noch ganz viel Potential in Sachen Handarbeit. Da Linda da wesentlich fitter ist als ich, wird sie uns das ein oder andere Mal unterstützen.

Spaziergänge

Ohne Unterstützung und vor allem ohne großen Aufwand sind Spaziergänge. Das Spazierengehen mit Pferd gehört bei dir vielleicht schon zum Standard – vielleicht hast du das aber auch bisher gar nicht probiert?! Ich finde, dass es eine sehr schöne Ergänzung ist, insbesondere für mich mit Kind. Denn ich kann meine kleine Maus ins Tragetuch oder in den Kinderwagen packen und Lady läuft ganz artig (natürlich mit Sicherheitsabstand) hinter uns her. Es wird zwar weithin unterschätzt, aber mit einem flotten Spaziergang förderst du einen fleißigen Schritt und tust auch etwas für die Ausdauer. Außerdem kannst du z.B. im Wald kleine Hindernisse einbringen oder eben auch Übungen aus der Boden- und Handarbeit einfließen lassen.

Reiten

Wie du siehst, ist unser Plan sehr vielseitig. Aber natürlich möchte ich auch wieder mehr reiten – sowohl auf dem Platz, als auch im Gelände (sobald ich das Baby „abgeben“ kann). Dabei ist Reiten aber keine Priorität. Lady ist mit ihren 20 Jahren zwar noch sehr gut in Schuss, aber ich muss mich zumindest in Gedanken schon mal darauf einstellen, dass ich sie irgendwann nicht mehr reiten kann. Ich hoffe, dass das noch lange hin ist. Bis dahin möchte ich das Reiten nutzen, um sie fit und geschmeidig zu machen/halten und ich würde mich freuen, wenn vielleicht auch Hannah mal auf ihr reiten lernt. (In der Hoffnung, dass Lady bis dahin das gelegentliche Buckeln bei fremden Reitern aufgibt… ?)

Trainingsplan + Update

Zurück zu unserem Trainingsplan. Wir haben jetzt 5 Wochen lang mehr oder weniger trainiert (Stand 07.04.) und ich habe aufgeschrieben, was ich wann gemacht habe. Damit ich aber keinen strikt festgelegten Plan habe, dem ich nicht gerecht werden kann, habe ich vielmehr eine Art „Trainingsrahmen“ aufgeschrieben. Dieser hängt bei mir Zuhause im Flur, wo ich immer vorbeikomme und sieht derzeit so aus: Der Plan dient dazu, mir vor Augen zu führen, was ich wie oft gemacht habe. Manchmal vergesse ich direkt etwas einzutragen, das hole ich dann nach. Aber man sieht deutlich: Wir haben relativ konstant mehr Bewegung eingebaut, ohne dass ich mich dafür gestresst habe. Außerdem fällt mir gerade jetzt auf, dass ich nur eine Equikinetic-Einheit gemacht habe, obwohl ich davon eigentlich sehr begeistert bin. Für die kommende Woche werde ich das auf jeden Fall mit einplanen – ganz besonders, um meinen neuen Equizaum auch auf Herz und Nieren zu testen. Da ich dir viel erzählen kann, wenn der Tag lang ist, habe ich außerdem mehrmals gefilmt und fotografiert. Unsere Start-Fotos hattest du in einem früheren Beitrag gesehen. (HIER kommst du dahin, falls du den verpasst hast oder nochmals schauen möchtest.) Und auf den folgenden Bildern siehst du, was wir so gemacht haben:

Zwischendurch habe ich erst einmal den Schweif gewaschen und dabei die Beine gleich mitgemacht. Den Schimmelbesitzern unter euch muss ich wohl kaum erzählen, dass sie das strahlende Weiß schon wieder verabschiedet hat. Wenn dein Pferd weiße Füße oder Beine hat, kennst du das mit Sicherheit auch. Aber immerhin sah sie kurz super sauber aus und ich war gleich wieder ein Stückchen mehr motiviert – das ist ja schließlich auch wichtig! Als der erneute Wintereinbruch kam, habe ich zumindest guten Willen gezeigt und etwas Handarbeit versucht…um dann festzustellen, dass es einfach viel zu kalt war!

Endlich Frühling!

Du hast dich bestimmt auch gefreut, als es jetzt endlich wieder wärmer wurde. Wir waren fleißig spazieren – bei strahlendem Sonnenschein! – und meine liebe Schwester durfte Lady reiten, als sie zu Besuch war:

   

Der Fellwechsel trägt natürlich seinen Teil bei, aber findest du nicht auch, dass Lady schon etwas sportlicher aussieht als zu Beginn?!

Wir sind auf jeden Fall weiter dabei und machen das dicke Fleckvieh fitter! Weitere Bilder und Videos findest du auf unserer Facebook-Seite.

(Immernoch) motivierte Grüße, Gina