Bevor wir anfangen von Leinkuchen zu schwärmen, bekommst du erst einmal ein paar Grundinfos…

Was ist Leinkuchen überhaupt?

Der Gemeine Lein, Saat-Lein oder Flachs ist eine Kulturpflanze, die in erster Linie zur Gewinnung des Leinöls aus den Samen angebaut wird. Das Öl wird zur Herstellung von Farben, Lacken, Schmierseife und Linoleum sowie von Kosmetika und Pflegemitteln verwendet. Du findest Leinsamen auch in Broten und Gebäck und das Öl ist ein beliebtes Speiseöl. Der Rest der Pflanze kann außerdem zu Flachsfasern verarbeitet werden.

Wenn aus den Leinsamen das Öl herausgepresst wird, bleiben die festen Bestandteile als sogenannte Leinkuchen übrig. Diese haben dann die Form von Flakes oder werden weiterverarbeitet und beispielsweise zu Pellets geformt. Sie werden an Pferde und auch Kühe verfüttert.

Es handelt sich also nicht um einen „Kuchen“ im herkömmlichen Sinne und es wurde auch nichts gebacken ?

Leinkuchen – unser absoluter Liebling

Bei uns bekommst du die reinen Flakes, wie sie aus der Presse fallen. Diese sind nicht weiter behandelt oder mit anderen Zutaten vermischt. Leider wird Leinkuchen manchmal als „Abfallprodukt“ betitelt – völlig zu Unrecht!

Wenn du schon mal in unserem Laden warst und in die großen Futtertonnen geguckt hast, haben wir dir mit Sicherheit vorgeschwärmt: Leinkuchen ist unser absoluter Liebling unter den Grundkomponenten.

5 Gründe: Leinkuchen für Pferde

  1. Leinkuchen schmeckt.

Die meisten Pferde mögen Leinkuchen sehr gern. Auch mäkelige Ponys finden daran Geschmack.

  1. Leinkuchen ist sehr gut für den Magen-Darm-Trakt.

Aufgrund der Schleimstoffe in den Samen ist der Leinkuchen super für Pferde mit Magen- oder Darmproblemen. Gerade bei schmerzhaften Reizungen der Magenschleimhaut können die Schleimstoffe lindernd wirken und dem Patienten Erleichterung verschaffen.

  1. Leinkuchen enthält wertvolle Fettsäuren.

Leinsamen sind besonders reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren, die auch im Leinkuchen noch enthalten sind. Der Körper (sowohl beim Pferd als auch beim Menschen) benötigt diese für die Eiweißsynthese, den Zellstoffwechsel, die Versorgung der Gelenke mit Schmierstoffen, die Vermeidung von Entzündungen, für Haut und Haare, für die Bildung der körpereigenen Abwehrzellen, für den Schutz vor Infektionskrankheiten, und und und…

  1. Leinkuchen sind energiereich.

Beim Pressen wird nicht das gesamte Öl herausgedrückt. Ein Restölanteil bleibt enthalten und macht das Futter energiereich, sodass es sich super eignet, um dünne oder schwerfuttrige Pferde aufzufüttern.

  1. Leinkuchen ist vielseitig.

Leinkuchen kann mit so ziemlich allem gemischt werden, weil man ihn sowohl trocken als auch nass verfüttern kann. Wenn man ihn nass macht, quillt er nicht auf, sondern zerfällt lediglich.

 

Nachteile?!

Ja, es gibt tatsächlich auch Nachteile, die für uns aber weit hinter den Vorteilen stehen. Der größte Nachteil davon: die Verderblichkeit. Leinöl wird schnell ranzig. Das gilt auch für Leinkuchen. Nun ist „schnell“ relativ. Je nachdem wie du den Leinkuchen lagerst – am besten kühl und trocken – hält er entsprechend lange. Du solltest dir also keinen Jahresvorrat zulegen, sondern lieber regelmäßig frischen Leinkuchen besorgen.

Ein weiterer Nachteil: Blausäure. In Leinsamen ist Blausäure enthalten, die in großen Mengen giftig ist. Damit das allerdings für dein Pferd zum Problem wird, müsstest du den Leinkuchen kiloweise füttern. Zudem wird die Blausäure auch in den Verdauungsprozessen zum Teil zersetzt, sodass eine Vergiftung mit Blausäure sehr unwahrscheinlich wird. Bei wirklich dünnen oder schwerfuttrigen Pferden kombinieren wir den Leinkuchen meistens mit Hafer, Luzerne oder sogar beidem. Also ist auch dieser Nachteil zu vernachlässigen.

Auch erwähnenswert: Die Flakes schmeckt auch Hunden, unseren zumindest. Deshalb sollte das Pferdefutter für deinen Hund oder deine Hunde (falls du welche hast) unzugänglich sein ?

Warum wir Leinkuchen sogar Leinöl und Leinsamen vorziehen

Der ganze Leinsamen wird leider von den Pferden nicht gut genug gekaut und muss daher eingeweicht oder geschrotet werden, damit er gut verdaut werden kann. Ansonsten kommen die Samen genauso wieder hinten raus wie sie vorn reingegangen sind. Das Kochen von Leinsamen ist auch eine Möglichkeit, zerstört aber viele der tollen Inhaltsstoffe.

Das Leinöl wiederum ist eben „nur noch“ das Öl und die wertvollen Bestandteile, die der Leinsamen unter anderem in der Samenschale hat, sind nicht mehr enthalten. Damit fehlen auch die Schleimstoffe, die ja ganz besonders toll sind. Außerdem enthält das reine Öl sehr viel Energie (wie das bei Öl nun mal ist), was nicht für jedes Pferd ratsam ist. Hinzu kommt der hohe Preis für Leinöl, wodurch sich deine Kosten für das Futter des lieben Tieres enorm erhöhen.

Zauberfutter?!

Leinkuchen ist sozusagen die goldene Mitte. Du hast ein tolles Pferdefutter mit allen Vorteilen des Leinsamens, was durch den Vorgang des Pressens bereits gut verdaulich gemacht wurde. Dadurch, dass der Großteil des Öls herausgepresst ist, ist der Leinkuchen zudem weniger energiereich als Öl oder ganze Samen (aber immer noch kein Diätfutter!).

Dosierung

Wieviel Leinkuchen dein Pferd bekommen soll, kann oder darf, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ist dein Pferd schwerfuttrig oder leichtfuttrig? Soll es zunehmen oder abnehmen? Gibt es eine Vorgeschichte bezüglich Magengeschwüren oder Koliken? Willst du den Leinkuchen als Ergänzung zu weiterem Zusatzfutter füttern? Die genaue Dosierung besprechen wir gern mit dir persönlich und bezogen auf dein Pferd.

 

Diese ganzen Vorteile machen den Leinkuchen zu unserem Liebling im Allerley-Lädchen. Unseren Leinkuchen bekommen wir aus unserer Region von einem kleinen feinen Betrieb mit ganz zauberhaften Leuten.

Wir sind dabei den Leinkuchen bzw. Mischungen damit auch für unseren Online Shop zu entwickeln. Damit kann dein Pferd auch ganz bald in den Genuss kommen, wenn du nicht in unserer Nähe lebst. Den reinen Leinkuchen bekommst du schon HIER.

Eine beliebte Mischung besteht zum Beispiel aus Leinkuchen und Hafer. Unser Plädoyer für Hafer findest du HIER.

 

Liebe Grüße, Gina