Die Leber ist das Stoffwechselorgan schlechthin. Sie wird oft als Entgiftungsorgan bezeichnet, dabei gehen ihre Funktionen viel weiter. Und auch die Nieren deines Pferdes sind maßgeblich an Stoffwechsel und Entgiftung beteiligt.

In diesem Blogbeitrag wollen wir dir kurz und knackig erklären, welche Arbeit Leber und Nieren im Körper deines Pferdes leisten, was sie dabei stört und welche Folgen eine Störung hat. Außerdem stellen wir dir am Ende unsere leberunterstützende Kräuterkur vor.

Wie funktioniert die Leber?

Die Leber deines Pferdes hat einen harten Job. Sie ist an einer Vielzahl von Körperfunktionen beteiligt. Sie filtert das Blut, was aus dem Darm kommt und Nährstoffe mitbringt und wandelt diese in Stoffe um, die dein Pferd nutzen kann. So entstehen hier zum Beispiel essentielle Bausteine, die dein Pferd für den Muskelaufbau benötigt. Auch der Hormonhaushalt und der Blutzuckerspiegel werden durch die Leber reguliert.

Außerdem haben Pferde keine Gallenblase. Wenn du in Bio aufgepasst hast, erinnerst du dich vielleicht, dass die unter anderem die Gallenblase Sekrete zur Fettverdauung absondert. Daher kommt auch der weit verbreitete Irrglaube, dass Pferde kein Fett verdauen können – schließlich fehlt ihnen ja die Gallenblase. Keine Sorge, dein Pferd kann sehr wohl Fett verdauen, denn die Leber übernimmt auch beim Pferd die Produktion der dafür benötigten Verdauungssäfte.

Währenddessen filtert sie Giftstoffe verschiedenen Ursprungs aus. Auch wenn die Leber oftmals als das Detox-Organ beschrieben wird, sind die Nieren des Pferdes ebenfalls an der körpereigenen Entgiftung beteiligt.

Was machen die Nieren?

Die Nieren filtern ebenfalls unglaublich viel Blut – mehr als 6.000 l am Tag! Die gefilterten Giftstoffe und Stoffwechselendprodukte, wie Harnstoff, werden dann mit dem Urin ausgeschieden. Dazu regeln sie den Wasser- und Elektrolyt- bzw. Salzhaushalt der Pferde. Sind in den Nieren Aminosäuren, Zucker und Elektrolyte angekommen, die noch verwertbar für den Körper sind, sorgen die Nieren für die Rückgewinnung dieser.

Was schadet Leber und Nieren? 

Giftstoffe

Leber und Niere haben bei unseren Pferden heutzutage einen schweren Job. Immer mehr Toxine werden mit dem Futter aufgenommen und müssen herausgefiltert und ausgeschieden werden. Hierzu gehören pflanzliche Gifte beispielsweise von Jakobskreuzkraut, Bergahorn oder Herbstzeitlosen, Mykotoxine im Weidegras, aber auch Schimmelpilze im Futter. Auch Unkrautvernichter, Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle oder die Gabe von Medikamenten über einen längeren Zeitraum können schaden.

Überfütterung

Viel problematischer ist allerdings das ständige Überangebot an Nährstoffen. Die meisten unserer Pferde werden schlichtweg überfüttert. Durch diese Überfütterung hat der Pferdeorganismus mit dem Zuviel an Nährstoffen zu kämpfen. Die Leber und die Nieren müssen beispielweise einen Eiweißüberschuss kompensieren. Und das zusätzlich zu den Toxinen, die aus der Nahrung aufgenommen werden.

Zu eiweißhaltiges, aber auch zu eiweißarmes Futter belastet die Nieren, da beide Extreme sie entweder zu sehr oder zu wenig aktivieren. Daher solltest du auf einen ausgewogenen Proteinanteil im Futter achten. Auch die Mineralstoffversorgung sollte an dein Pferd angepasst sein, weil sich beispielweise ein Calciumüberschuss in den Nieren ablagern kann.

Gifte durch einen gestörten Stoffwechsel

Außerdem bildet auch der Körper deines Pferdes Gifte. Ein Mangel an Raufutter z.B.  führt dazu, dass der Dickdarm nicht richtig arbeiten kann. Kommt dann noch ein Überschuss an Stärke dazu, welche nicht schon im Dünndarm verdaut werden konnte, wird der Dickdarm zusätzlich belastet. Es entsteht eine Verschiebung des Darmmilieus, eine sogenannte Dysbiose, und durch Gärungsprozesse werden Toxine freigesetzt. Dese gelangen über die Blutbahnen zur Leber deines Pferdes.

Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen?

Die Leber ist ein wahres Wunder der Natur, aber irgendwann kommt auch sie an ihre Grenzen. Problematisch ist dabei: du bemerkst es nicht direkt. Auch ein Blutbild ist nicht wirklich aussagekräftig, denn hier siehst du einen tatsächlichen Leberschaden erst, wenn er wirklich schwerwiegend ist. Das einzig gute daran: Die Leber ist unglaublich regenerationsfähig und kann viel kompensieren.

Anders sieht es mit den Nieren aus, deren Schäden irreparabel sind. Deshalb solltest du dein Pferd definitiv unterstützen, wenn du Anzeichen für Leber- und Nierenprobleme siehst.

Und da kommen wir auch schon zu dem wichtigsten Punkt:

Wie erkennst du Leberprobleme?

Funktionieren die Leber und die Nieren deines Pferdes nicht mehr in vollem Maße, kann sich das an anderen Ecken und Enden äußern. So können Hautprobleme, schlechter Fellwechsel und sogar Husten durch Probleme der Leber entstehen oder begünstigt werden.

Wir haben dir eine Übersicht mit Anzeichen, die auf ein Leberproblem hinweisen können, zusammengestellt:

Stoffwechsel & Verdauung

  • Allergien wie Husten, Ekzeme, Headshaking, Sarkoidose
  • Kotwasser, Durchfall, leichte Koliken, veränderte Kotkonsistenz
  • hohe Krankheitsanfälligkeit, schlechtes Immunsystem

Haut und Haare

  • Hautprobleme wie Sommerekzem, Hautpilz, Mauke oder Raspe
  • schlechter Fellwechsel, Hungerhaare

Hufe

  • Schlechtes Hufwachstum
  • gelbes/gelbliches Hufhorn

Beine

  • Gallen an den Fesseln und/oder Sprunggelenken
  • Sehnenprobleme (Rupturen, Zerrungen, die nicht unfallbedingt sind)
  • Angelaufene Beine/Wasseransammlungen bzw. Ödeme

Außerdem

  • anhaltender Leistungsabfall, schlechter Konditionsaufbau
  • schlechter Muskelaufbau
  • schlechte Futterverwertung, Gewichtsverlust, schlechte Gewichtszunahme
  • mangelnder Appetit
  • Übergewicht, Speckhals, Speck an der Kruppe
  • wiederkehrender Mangel an Spurenelementen trotz ausreichender Supplementierung
  • blauer Schimmer auf den Augen, häufige Augenentzündungen

Wie du deinem Pferd helfen kannst

Es wird oftmals von „Entgiftungskuren“ gesprochen, doch gemeint sind eigentlich Stoffe, die die körpereigene Entgiftung unterstützen, nicht aber selbst irgendwie entgiften. Hierbei handelt es sich zumeist um Kräuter, Kräutersäfte oder -konzentrate.

Unser Kräutermix DETOX-Dreierley macht genau das. Die verschiedenen Kräuter haben wir in einer 3-Phasen-Kur verpackt, die zuerst die Nieren anregt, dann die Leber gezielt unterstützt und im Anschluss nochmals die Ausscheidung über die Nieren fördert. Warum das Ganze?

Auch mit Kräutern oder einer Kräutermischung NUR für die Leber oder NUR für die Nieren kannst du deinem Pferd helfen. Da Leber und Niere aber so eng in ihren Prozessen zusammenhängen, haben wir beides kombiniert. Die Niere wird dadurch unterstützt und kann die von der Leber freigesetzten Toxine besser ausscheiden.

Was noch?

Wie wir auch schon bei unseren Tipps gegen Husten gesagt haben: Deinem Pferd hilft die tollste Kräuter-Kur nicht, wenn du nicht die Ursache der Probleme behebst. Wenn dein Pferd zum Beispiel schon sehr übergewichtig ist, solltest du auf keinen Fall noch große Kraftfutterrationen hinzufüttern oder stundenlangen Weidegang auf das saftige Grün erlauben. Schau erst, dass du mögliche Belastungen für Leber und Niere weitestgehend ausschaltest, bevor du mit einer Kräutermischung beginnst.

Wichtig ist, dass du während der Gabe dieser oder einer ähnlichen Kur darauf achtest, dass dein Pferd immer genug Wasser zur Verfügung hat und ausreichend trinkt. Du kannst zur Kur auch immer noch zusätzliches Wasser anbieten, beispielsweise beim Putzen. Außerdem solltest du den Stoffwechsel deines Pferdes zusätzlich durch moderate Bewegung in Schwung bringen, aber ihn nicht durch ungewohnten Hochleistungssport über die Maße anstrengen.

Wer uns kennt, der weiß: wir empfehlen nicht gern pauschal irgendetwas. Denn es gilt unser Grundsatz: Dein Pferd bekommt nur, was es wirklich braucht.

Bei der Leber verhält sich das ganze etwas anders: da raten wir lieber einmal mehr zur Kur als einmal zu wenig. Denn: irgendwie ist die Leber an allem schuld – im weitesten Sinne. Und sie wird es dir danken, wenn du sie unterstützt.

Bei Lady habe ich sehr gute Erfahrungen mit unterstützenden Kräutern gemacht. Sie ist extrem leichtfuttrig, daher schnell zu dick und hatte sich zudem vor einiger Zeit Leberegel eingefangen. Die Folgen sah man bei ihr an allen Ecken: sie hatte Mauke, zwischenzeitlich Hungerhaare, juckende Hautstellen, manchmal Kotwasser und war eine Zeit lang auch wirklich schlecht gelaunt (ja, als Pferdemutti merkt man das!). Auf dem Trail in Vogelsang, mit wenig Zusatzfutter, Koppelverbot und regelmäßiger Unterstützung des Stoffwechsels geht es ihr blendend.

Also wenn auch dein Pferd Anzeichen von Stoffwechselproblemen zeigt: keine Sorge, da kannst du was tun!

Bei Fragen sind wir gern für dich da.

Liebe Grüße, Gina

Weitere Infos zur Leber:

https://www.dr-susanne-weyrauch.de/gesundheit/problemorientierte-fuetterung/vitale-leber-der-schluessel-zur-gesundheit

Weitere Infos zu den Nieren:

http://www.pferdeweb.ch/nierenerkrankungen-bei-pferden.html