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Warum haferfreie Müslis deinem Pferd schaden können

Wie jetzt?! Hafer ist doch eigentlich schlecht fürs Pferd und die Hannelore-Hildegard, aus dem Stall füttert ja schon ewig haferfreies Müsli – die hat Ahnung. Hafer hat man ja auch eher früher gefüttert, da gab es halt nichts anderes… Heutzutage lieber haferfrei!

Alles Quatsch.

Du kaufst extra das tolle haferfreie Müsli von Firma XY und jetzt komme ich und sage, das wäre falsch?!

Nein. Nicht unbedingt. Je nachdem von welcher Firma und welche Sorte „Haferfrei“ du kaufst, gibt es gravierende Unterschiede. Manche Müslis sind sogar richtig gut – strukturreich, keine künstlichen Zusatzstoffe und vielleicht mit Kräutern versehen. Andere wiederum bestehen aus Komponenten, die du wirklich nicht an dein Pferd verfüttern solltest.

Wichtig ist, dass du ganz genau schaust, was in deinem Futter drin ist und was das mit deinem Pferd macht.

Zutaten wie zum Beispiel Gerste, Mais, Weizengrießkleie, Haferschälkleie oder Weizenkleie sind nur bedingt geeignet für dein Pferd. Diese werden aber oftmals verwendet, um ein haferfreies, aber trotzdem energiereiches Zusatzfutter zu erhalten. Damit schlägt der Produzent gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: er kann „haferfrei“ drauf schreiben, ersetzt den Hafer durch oftmals günstigeres Getreide und nimmt trotzdem mehr Geld für den Sack (ist ja schließlich haferfrei!).

Dabei ist Hafer eine der besten Pferdefuttersorten überhaupt. Ja, echt! Hafer schmeckt lecker, ist energiereich und gut verdaulich. Bis zu 80-90% der Stärke im Hafer kann von Pferden verwertet werden, während bei Gerste und Mais die Verdaulichkeit der enthaltenen Stärke bei gerade mal 20-30% liegt. Um diese zu erhöhen wird dann schwarze Magie betrieben: hydrothermisches Aufschließen (= mit Wasser(-dampf) und Wärme behandelt) oder energetisch behandelt (= gewalzt, gepresst oder vielleicht bei Vollmond besungen). Trotzdem erreichen die anderen Getreidesorten die Verdaulichkeit des Hafers nicht.

Außerdem bringen sie einen entscheidenden Nachteil mit: die nicht im Dünndarm verdaute Stärke landet im Dickdarm deines Pferdes, wo sie mehr schadet als nützt. Denn ein Stärkeüberschuss im Dickdarm führt zu einer Verschiebung der Darmflora. Langfristig bringst du damit die ganze Verdauung deines Pferdes aus dem Gleichgewicht, ohne dass es dir vielleicht bewusst ist. Wenn du Glück hast, reagiert dein Pony direkt auf ein Futter, was es nicht verträgt. Klingt blöd, ist aber hilfreich. Plötzlicher Durchfall nach neuem Futter lässt ja logischerweise darauf schließen, dass du das nicht nochmal fütterst. Aber wenn nicht sofort eine Reaktion erfolgt, weil dein Pferd das Problem vielleicht noch eine Weile ausgleichen kann, denkst du „Aber das bekommt er ja schon eine ganze Weile, wieso soll das jetzt auf einmal ein Problem sein?!“ Wenn die Dysbalance im Verdauungstrakt zu groß wird, folgen die Symptome, deren Ursache dir nicht sofort bewusst ist.

Und wenn der Hafer sticht?

Aber man sagt doch nicht umsonst, dass der Hafer sticht?! Dein sonst ruhiges Pferd wird von Hafer immer ganz hibbelig und fängt an wild zu buckeln oder an der Longe zu galoppieren als gäbe es keinen Morgen? Daran ist der Hafer nur indirekt schuld. Da er so gut verdaulich ist, wie ich oben beschrieben habe, bietet er deinem Pferd natürlich sehr viel Energie. Ist das zu viel Energie, muss diese irgendwo hin. Meist hüpfend und pupsend in die Luft. Denselben Effekt hat aber auch jedes andere Futter, wenn davon zu viel gefüttert wird. Hier liegt es an der Menge, die du deinem Pferd gibst, nicht an dem Hafer selbst.

Warum willst du haferfrei füttern?

Grundsätzlich solltest du dich fragen, warum du haferfrei füttern willst. Wenn dein Pferd wenig Energie benötigt, du aber etwas füttern möchtest, um z.B. Mineralfutter, Kräuter oder Medikamente zu verabreichen, kann eine haferfreie bzw. komplett getreidefreie aber strukturreiche Mischung eine Alternative sein. Wenn du aber nur haferfrei fütterst, weil du denkst, dass du mit dem Hafer deinem Pferd schadest, kann ich dich beruhigen. Die meisten Pferde vertragen den Hafer bestens und mögen ihn auch sehr gern.

Wobei, da fällt mir gerade ein sehr guter Grund gegen Hafer ein, bei dem ich schmunzeln muss… Mir wurde neulich von einem lieben Bekannten erzählt, dass er keinen Hafer füttert, weil die Vögel ihm dann immer die Haufen der Pferde zerpicken und die paar Haferkörner, die nicht verdaut wurden, heraussuchen. Er muss dann mühevoll alles zusammenkratzen und braucht doppelt so lange zum Abäppeln seiner Wiese. =D Ok, das lassen wir gelten!

Ansonsten kannst du deinem Pferd höchstwahrscheinlich ruhigen Gewissens Hafer zufüttern. Beachte dabei folgendes:

1. Achte auf die Qualität des Hafers.

Pferde, die Hafer nicht vertragen, haben nicht unbedingt ein Problem mit dem Hafer selbst, sondern mit Schimmelsporen oder anderen Mykotoxinen. Der Hafer sollte frisch und keinesfalls muffig oder gar beißend riechen. Außerdem sollten die Haferkörner goldgelb sein und keine dunklen Flecken haben oder vermehr ganz dunkle Körner auftreten. (Ausgenommen Schwarzhafer natürlich.)

2. Dein Pferd braucht die Energie wirklich.

Diese wird ungefähr nach 2 Stunden freigesetzt, deshalb kann es sinnvoll sein, dein Pferd vor dem Training zu füttern. (Oder eben nicht!)

3. Hafer ist sehr phosphorhaltig.

Um ein optimales Calcium-Phosphor-Verhältnis zu erreichen, was bei ungefähr 1,5-2 (Ca) zu 1 (P) liegt, brauchst du ein Mineralfutter, was besonders calciumhaltig ist, oder ergänzt den Hafer um ein calciumhaltigen Futterbestandteil, wie beispielsweise Luzerne.

4. Auch bei Hafer gibt es ein „Zuviel“.

Falls du kiloweise Hafer pro Tag füttern müsstest, um genug Energie in dein Pferd zu bekommen, empfehlen wir weitere Energielieferanten, wie beispielsweise Luzerne oder Pflanzenöl. Das ist dann individuell für dein Pferd zu betrachten und entscheiden.

5. Bei alten Pferden,

die nicht mehr allzu gut kauen können, kann der Hafer gequetscht oder gewalzt werden, um das Fressen und die Verdauung zu erleichtern. Pass aber auf, dass du den Hafer nur frisch gequetscht oder gewalzt verfütterst, da dieser schnell dazu neigt Schimmel anzusetzen. Ganzer Hafer hingegen ist sehr gut haltbar.

 

Du siehst, Hafer ist ein gutes Zusatzfutter, wenn nicht sogar das Beste. Wie bei jedem Futter kommt es darauf an, dass es zu deinem Pferd, seiner Haltung und eurem Bewegungspensum passt und natürlich die Qualität stimmt. Lass dich nicht von Hannelore-Hildegard oder den ganzen „Zaubermüslis“ auf dem Markt verunsichern.

Hafer ist kein böses Hexenzeug.

Deine Linda

Fütterst du deinem Pferd Hafer oder eine haferfreie Alternative? Schreib es in die Kommentare!

 

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By |2018-07-10T20:07:13+00:00Juli 10th, 2018|Fütterung|1 Comment

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One Comment

  1. Ute Lehmann 23. Oktober 2018 at 19:08 - Reply

    Jeden Tag 2 Hände Hafer.

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