Heute hänge ich mit den Gedanken in den Wolken… Seitdem ich wieder öfter beim Pferd bin und es tatsächlich schaffe regelmäßig etwas mit der dicken Lady zu machen, bin ich sehr zufrieden und freue mich umso mehr auf Frühling und Sommer.

Aber es gibt auch Tage, an denen klappt alles nicht so wie ich es mir vorgenommen habe…

Egal, ob du Reitbeteiligung oder Reitschüler bist, ob du ein oder sogar mehrere Pferde dein Eigen nennst – du hast mit Sicherheit schon einiges mit dem Hufgetier erlebt.

Höhen und Tiefen

Von Wehwehchen über ernsthafte Krankheiten (im besten Fall natürlich ohne!) – unsere Lieblinge überraschen uns immer wieder gern. Mit etwas Glück ist die Lahmheit nur ein Hufgeschwür (yey!) oder aber doch was Ernstes?! Dann ist das Pony wieder quietschfidel, und ein paar Wochen später kommt das nächste Problem.

Und wenn das Pferd rundherum fit ist, dann hakt es vielleicht an anderer Stelle. Du würdest gern viel mehr Fortschritte im Reitunterricht machen, ärgerst dich manchmal über eine kleine Unart hier und da oder schaffst wieder nur Stallarbeit, statt dich mit deinem Pferd zu beschäftigen.

An anderen Tagen fliegst du im Galopp über Wiesen und Stoppelfelder, genießt auf dem Rücken deines Pferdes die Ruhe im Wald oder gehst mit Freunden ausreiten.

Funktionieren statt Leben?!

Wie du schon in unserem Blog-Beitrag „Genieß die Zeit mit deinem Pferd“ lesen konntest, ist es wichtig auch mal 5e gerade sein zu lassen. Das betrifft aber nicht nur das Zeitmanagement im Alltag – sondern auch und ganz besonders deine Wahrnehmung und deinen Umgang mit deinem Pferd.

Vor allem aber ist mir gerade wieder Folgendes bewusst geworden: Man nimmt alles als selbstverständlich hin. Statt dich zu ärgern, dir zu viele Sorgen und Gedanken zu machen, kannst du einfach dankbar sein. Dankbar für alles, was gerade gut läuft!

Dein Pferd ist gesund? Super! Freu dich darüber und genieß eure gemeinsame Zeit.

Dein Pferd hat ein kleines Wehwehchen?! Das geht vorbei! Kümmere dich drum und schau nach vorn.

Der Großteil der Reitstunde lief gut? Klasse! Ärger dich nicht über die eine Kleinigkeit, die nicht funktioniert hat.

 

Nach der langen Pause für die alte Dame (kann man ja mit 20 schon sagen) war ich positiv überrascht, wie gut sie doch mitarbeitet. Sie gibt sich sehr viel Mühe, reagiert meistens sehr fein und hat auch schon den ein oder anderen Buckler gelassen. Trotzdem gehen mir eher die Sachen durch den Kopf, die schon mal besser liefen und ich werde ungeduldig – mit mir und auch mit Lady.

Überlege mal kurz: Wie oft geht es dir ähnlich?!

 

Zauberwesen Pferd

Aber denk mal darüber nach, was für ein Glück du hast: Ein riesengroßes, gutmütiges Lebewesen macht, was du von ihm willst (meistens zumindest…). Du darfst dein Pferd reiten, streicheln und knuddeln. Du bestimmst, ob es gerade auf der Koppel steht, auf dem Putzplatz artig wartet, in der Halle fleißig Runden dreht oder an dem gruseligen Flatterband vorbei geht. Da ist ungefähr eine halbe Tonne Tier und es vertraut und folgt dir.

Verantwortung

Damit kommt ein großes Stück Verantwortung. Wir, du und ich, sind dafür verantwortlich für das Wohl unserer Lieblinge zu sorgen. Das schließt logischerweise Haltung, Futter und Pflege ein. Für mich heißt das aber auch: konsequent 20-30 Minuten Aufwärmphase im Schritt – Ungeduld hin oder her; Abwechselung im Training, auch wenn z.B. ein strengerer Trainingsplan schneller Ergebnisse bringen würde; geduldig und langsam das Training steigern und lieber einen Schritt zurück gehen, als das Pony zu überfordern. Das alles gehört für mich zum fairen Umgang dazu. Dankbarkeit hingegen vergesse ich viel zu oft.

Keine Sorge, ich fange jetzt nicht an, über den Sinn des Lebens zu schwadronieren…

…aber darüber, warum auch du mehr Dankbarkeit in deins bringen solltest ?

Gelassenheit & Zufriedenheit

Wenn du anfängst, bewusst dankbar zu sein für das, was dein Pferd dir gibt, was es richtig macht, was du selbst richtig machst und was ihr zusammen erreicht, wird das einen extrem positiven Effekt auf euch beide haben. Warum?! DU wirst wesentlich gelassener und damit auch dein Pferd.

Dadurch wirst du dann wiederum besser vorankommen. Denn wenn du dankbar für eine richtige Lektion bist und dich darauf konzentrierst, statt auf einen kleinen Fehler, hörst du im richtigen Moment mit deiner Trainingseinheit auf. Dann kannst du glücklich nach Hause gehen und auch dein Pferd kann zufrieden in den Feierabend gehen.

Durch den Fokus auf das Positive wirst du aufhören übereifrigem Perfektionismus nachzujagen. Du hörst auf, dich und dein Pferd unnötig zu stressen. Somit kannst du auch eure Bindung und Beziehung zueinander verbessern und festigen.

Mir fallen bestimmt noch tausend andere Dinge ein… Damit ich aber nicht klinge, wie ein gefühlsduseliger Mönch, hier noch drei Beispiele, in denen ich dankbar für mein tolles Pferd war oder bin:

Als ich hochschwanger war und mich kaum noch bewegen konnte, hat Lady ihre Füße vorbildlich alleine gehoben und oben gehalten, sodass ich nur noch auskratzen musste.

Wenn ich mit ihr durch das Hoftor gehe, bleibt sie danach alleine auf der Stelle stehen und wartet bis ich das Tor wieder geschlossen habe.

Ich kann sie alleine durch die Tür zum Trail schicken, damit ich nicht ohne Gummistiefel in die Pfütze treten muss.

 

Wie ich schon mal gesagt habe: Ich hätte sie mit nie ausgesucht und wir haben viele gemeinsame Baustellen, aber ich habe sie sehr lieb und bin dankbar, dass ich sie habe.

Grüße von Herzen, Gina

 

In welchen kleinen Momenten bist du dankbar für dein Pferd? Schreib es in die Kommentare!