Das neue Jahr hat begonnen und du bist voller Elan! Während deine „Nicht-Pferde-Freundinnen“ ins Fitnessstudio gehen und die gesammelten Weihnachtskilos abtrainieren, fährst du lieber zum Pferd (Ausmisten verbrennt auch Kalorien!) und planst schon mal, an welchem Kurs oder welchen Kursen du dieses Jahr teilnehmen könntest. Longierkurs? Dressurlehrgang? Springtraining? Horsemanship? Dualaktivierung?

Wofür du dich auch entscheidest, es soll dir und deinem Pferd weiterhelfen und euch im kommenden Jahr euren Zielen näherbringen.

Dann ist das Kurswochenende da, du freust dich und bist gespannt, was dich erwartet. Die Kursleiterin oder der Trainer sind super inspirierend, auf einmal erzielt ihr tolle Fortschritte und – siehe da – es klappt! Endlich kannst du den äußeren Zügel im passenden Moment einsetzen, das Schulterherein sitzt! Die Parade an der Longe bringt dein Pferd punktgenau ins V/A! Die Distanz zum nächsten Sprung gelingt euch perfekt! Ich hatte diese Momente während eines Kurses oder einer Reiteinheit und war überglücklich. Schließlich ist so ein Kurs ja meist schweineteuer und da willst du ja auch was erreichen für dein Geld.

Zwei, drei Wochen später stehst du dann auf dem Reitplatz und dein Pferd läuft an der Longe ungefähr so elegant wie eine dreibeinige Giraffe. V/A ging irgendwie anders. Wie war das noch? In welchem Moment sollte die Parade kommen? Und wo sollte dann die Peitsche hinzeigen?

Du kennst das? Dann geht es dir wie mir. Ich kann mich dann partout nicht mehr erinnern, was an dem Kurswochenende anders war, dass alles wie geschmiert lief. Von dem Eifer hast du dann nicht mehr viel über und stellst das Pony frustriert wieder auf die Koppel oder in den Stall.

Damit du optimal vorbereitet bist, haben wir dir die wichtigsten Punkte zusammengestellt, mit denen du das Beste aus deinem nächsten Kurs mit Pferd rausholst.

1. Sammle deine Fragen und Probleme.

Mach dir mindestens zwei Wochen vor dem Kurs Notizen, welche Probleme du mit dem Kurs angreifen willst. Dein Pferd latscht auf der Vorhand? Du bekommst den Moment des Angaloppierens einfach nicht rund? Schreib es auf! Dafür kannst du am besten dein Handy benutzen, das hat man ja meistens dabei. Alternativ kannst du – wenn du eher auf Papier und Stift stehst – ein kleines Notizbuch (+2 Kulis) in deine Putzbox tun. Das wird dann zwar höchstwahrscheinlich dreckig, aber solange man noch lesen kann, was drinsteht, erfüllt es seinen Zweck. Dann hast du alle offenen Fragen auf jeden Fall da, wenn der Kurs beginnt. Oftmals fallen uns vor lauter Aufregung nicht alle Fragen ein, die wir letzte Woche noch im Kopf hatten und nach dem Kurs denkst du dir: „Verdammt! Das wollte ich doch eigentlich noch fragen!“

2. Mach dein Equipment fertig.

Deine Longe hing beim letzten Mal im Dreck? Dein Kappzaum braucht noch ein zusätzliches Loch? Du wolltest eigentlich noch eine neue Longierpeitsche besorgen? Wenn du dich spätestens 2 Wochen vor dem Kurs darum kümmerst, dass alles, was du für den Kurs brauchst, passt, bereitliegt und in gutem Zustand ist, gibt es keine unangenehmen Überraschungen. Und du musst am Kurstag nicht den halben Stall fragen, ob du dir mal was borgen kannst. Bei Equipment denkst du wahrscheinlich an Reithosen, Stiefel und Ausstattung fürs Pferd?! Richtig. Aber ein weiterer Tipp zum Equipment kommt jetzt:

3. Besorg dir eine Kamera!

Ob es eine GoPro oder eine simple Digitalkamera ist, spielt keine Rolle. Hauptsache du kannst deinen Teil beim Kurs inklusive Ton filmen. Frag vorher den Trainer, ob das für ihn in Ordnung ist, wenn du deine Sequenz aufnimmst – meiner Erfahrung nach ist das kein Problem. So habe ich zum Beispiel schon Reitstunden oder Teile vom Longenkurs aufgenommen. Der Vorteil der Videos liegt auf der Hand: Du kannst es dir immer wieder angucken. Denn während du dir beim Kurs einen abrackerst und mit hochrotem Kopf auf dem Pferd sitzt oder nebenherläufst, kannst du dich wahrscheinlich nicht ganz so super auf alle Aussagen des Kursleiters konzentrieren, geschweige denn dir diese merken. Oftmals sind es gerade die kleinen Details, die letztendlich den Unterschied machen, ob du die Erfolgsmomente vom Kurs auch alleine mit deinem Pferd wiederholen kannst oder nicht.

Aber nur für einen Kurs eine teure Kamera anschaffen?! Vielleicht hat ja eine deiner Freundinnen schon eine GoPro oder vergleichbare Kamera, die du dir ausborgen kannst. Wenn nicht findest du online viele Webseiten, die Kameras vermieten. Zum Beispiel erhältst du unter https://www.gopro-mieten.de/ schon für knapp 30,- € für ein Wochenende eine GoPro inklusive viel Zubehör. Optional kannst du noch weiteres Equipment dazu buchen, wie zum Beispiel einen Aufsatz für deinen Reithelm. Wäre das nicht total cool, wenn du einen Geländeritt aus deiner Perspektive festhalten könntest, wie man es sonst von Ingrid Klimke und Co. kennt?! Aber zurück zum Kurs… sorge dafür, dass alle Akkus geladen sind, du genug freie (!) Speicherkarten dabei hast und du dich im Voraus mit der Technik vertraut machst, damit diese nicht streikt, wenn es relevant ist. Außerdem ist es hilfreich, wenn jemand überwacht, ob die Aufnahme auch wirklich läuft und du im Bild bist, auch wenn ihr den Zirkel wechselt oder das Pferd den Po in die Kamera hält. Damit komme ich zum nächsten Punkt:

4. Bring eines Kurs-Trottel mit.

Den TT – den Turniertrottel – kennst du bestimmt. Das ist die beste Freundin, die bessere Hälfte oder auch mal Mutti, die mit zum Turnier fahren, dir schleppen helfen, Wasser bringen, Mähne einflechten oder die Sch**** vom Lieblingstier wegmachen. So einen brauchst du zum Kurs! Du willst dich ja aufs Lernen konzentrieren und so viele Infos wie möglich aufsaugen. Dein KT erledigt für dich alles andere: die vergessene Gerte holen, kurz mal das Pferd halten, wenn du mal Pipi musst, die Kamera überprüfen (!!!) und wahrscheinlich die Sch**** vom Lieblingstier wegmachen (du musst ja schließlich aufpassen!).

5. Genieß den Kurs!

6. Schreibe auf, was du gelernt hast.

Je schneller, desto besser! Die Nachbereitung ist noch viel wichtiger als die Vorbereitung. Denn solange das Erlernte noch frisch in deinem Kopf umherwabert, kannst du davon am meisten festhalten. Du fragst dich, wofür du das aufschreiben sollst, wenn du doch alles gefilmt hast? Was du mit dem Video nicht festhalten kannst, sind Aha-Momente und Gefühle. Diese „Quintessenzen“ sind aber der Schlüssel! Zum Beispiel wirst du im Video vielleicht das gerittene V/A erkennen und sehen, wie dein Pferd sich streckt, aber die kurze Parade oder das richtige Einsitzen hast du vielleicht nur ganz fein gespürt. Halte dieses Zusammenspiel deiner Hilfen, deine Wahrnehmung und deine Gefühle direkt nach der Einheit fest. Deine Notizen kannst du später zusammen mit dem Video auswerten und dir die Aha-Momente wieder ins Gedächtnis rufen.

7. Frage deinen Kursleiter oder Trainer nach einer Hausaufgabe und einem „Fahrplan“ für die nähere Zukunft. Denn nicht nur der Kurs und das, was du dort gerade geübt hast, sind wichtig, sondern auch die Fortschritte, die du in Zukunft damit machen willst. Solange du noch den Fachmann oder die Fachfrau vor Ort hast, bitte um eine Anleitung für die nächsten Wochen, wie du das Gelernte festigen kannst und was dann danach kommt. Dann hast du eine genaue Richtung und weißt, worauf du dich konzentrieren solltest.

Diese Tipps kannst du natürlich nicht nur für einmalige Kurse nutzen, sondern auch für Reitstunden oder Trainingseinheiten. Gerade das Aufschreiben von Fragen und Problemen und die „Hausaufgaben“ von meiner Reitlehrerin haben Lady und mir schon sehr viel geholfen. Und so kannst du dir sicher sein, dass du weder Zeit noch Geld in den Wind geblasen hast, sondern wirklich viel für dich und deinen Liebling mitnehmen kannst.

Motivierende Grüße, Gina

Welchen Kurs hast du dir für dieses Jahr vorgenommen? Welchen Tipp findest du besonders hilfreich? Und welchen weiteren Tipp hast du noch parat? Schreib es in die Kommentare!

 

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